Am 24. Juli 2026, dem Festtag der Aufdeckung der Reliquien des Hieromärtyrers Hilarion (Troizki), Erzbischof von Wereja, feierte die Pfarrei des Heiligen Märtyrers Hilarion von Wereja feierlich den 20. Jahrestag ihrer Gründung.


Die festliche Göttliche Liturgie wurde von Erzbischof Tikhon von Ruza, Administrator der Berliner und Deutschen Diözese, zelebriert. Seiner Eminenz dienten gemeinsam die Erzpriester Sergiy Baburin (Hamburg), Oleg Nikiforov (Cloppenburg), Andrei Gladyshev (Hannover) und der Pfarrer Hieromonk Seraphim. Am Gottesdienst nahmen auch Diakon Michail Koch, Diakon Konstantin Lotikhius und Diakon Nikolai Kulakow teil.

Im Anschluss an die Göttliche Liturgie wandte sich Erzbischof Tikhon mit einer erzpastoralen Predigt an den Klerus und die Gemeinde. In seiner Predigt erinnerte der Bischof an die Bedeutung der heiligen Apostelgleichen Großfürstin Olga, die Rus mit dem Licht des christlichen Glaubens erleuchtete, und würdigte die spirituelle Leistung des Hieromärtyrers Hilarion, der zeitlebens ein Vorbild an Treue zu Christus, Liebe zur Kirche und mutigem Bekenntnis zum orthodoxen Glauben war.

Anschließend hielt der Pfarrer, Hieromonach Seraphim, eine Dankrede. Im Namen des Klerus und der Gemeindemitglieder dankte er Erzbischof Tichon herzlich für die Feier der festlichen Göttlichen Liturgie, seine stete erzbischöfliche Fürsorge für die Gemeinde, seine Gebete und seine väterliche Zuwendung zum Gemeindeleben. In seiner Ansprache schilderte Pater Seraphim auch die wichtigsten Stationen der zwanzigjährigen Geschichte der Gemeinde – von ihrer Gründung bis heute. Der vollständige Text der Dankrede ist unten abgedruckt. Im Anschluss an den Gottesdienst wurde die Feier mit einem gemeinsamen Essen fortgesetzt, an dem Geistliche, Gemeindemitglieder und Gäste der Pfarrei teilnahmen. Den Abschluss des Festprogramms bildete die Vorführung eines Dokumentarfilms, der eigens zum 20-jährigen Jubiläum der Pfarrei produziert worden war und ihre Gründungsgeschichte, Entwicklung und ihr heutiges Leben beleuchtete.




Eure Eminenz, lieber Bischof!

Verehrte Väter!

Liebe Brüder und Schwestern!


„Wenn der Herr nicht das Haus baut, so arbeiten umsonst, die daran bauen“ (Psalm 127,1).


Heute, da wir das zwanzigjährige Jubiläum unserer Gemeinde feiern, ist es unmöglich, nicht an den Anfang zurückzudenken.

Am 14. Januar 2006 wurde in der Lutherischen Kirche in Leer die erste Göttliche Liturgie der orthodoxen Gemeinde gefeiert. Achtundsiebzig Menschen versammelten sich zum Gottesdienst. Sie waren Menschen unterschiedlichen Alters, unterschiedlicher Herkunft und aus verschiedenen Orten, aber vereint durch einen einzigen, tiefen Wunsch: eine eigene orthodoxe Kirche, eine eigene geistliche Familie, einen Ort, an dem ihre Kinder getauft, junge Familien getraut und die Göttliche Liturgie regelmäßig gefeiert werden sollte.

Wahrscheinlich hätte sich keiner der Anwesenden vorstellen können, wie dieser Tag zwanzig Jahre später aussehen würde. Doch nach der ersten Liturgie gingen alle mit einer gemeinsamen Hoffnung und einem gemeinsamen Gebet: „Herr, schenke uns deine Kirche, schenke uns deinen Tempel.“

Und heute können wir sagen: Der Herr hat dieses Gebet erhört. Ehre sei Gott in allem!

Die Geschichte unserer Pfarrei ist nicht nur die Geschichte menschlicher Arbeit. Sie ist vor allem die Geschichte der Barmherzigkeit Gottes. Hätte der Herr dieses Werk nicht gesegnet, hätte der heilige Hilarion von Vereya unsere Gemeinde nicht mit seinen Gebeten umhüllt, hätte keine menschliche Macht das erschaffen können, was wir heute sehen.

Deshalb ist das heutige Fest ein Fest der Dankbarkeit gegenüber Gott.

Es ist kein Zufall, dass der heilige Hilarion von Vereya, der große Bekenner der Kirche des 20. Jahrhunderts, unser himmlischer Patron geworden ist. Er sagte: „Die Kirche ist das Leben in Christus.“ Diese Worte sind für jeden von uns besonders bedeutsam. Denn es war das Leben in Christus, das uns zuerst in einer gemieteten Kirche versammelte und uns dann hierher, in unser eigenes Gotteshaus, führte. Das nächste wichtige Kapitel unserer Geschichte begann im Dezember 2007. Der Herr öffnete uns die Tür zum Kauf dieses Gebäudes. Damals war es nur eine Tanzschule. Wer hätte ahnen können, dass hier einmal die Göttliche Liturgie gefeiert werden würde?

Doch der Herr verwandelt nicht nur Menschenherzen – er verwandelt Orte selbst. Was einst irdischen Bestrebungen diente, wurde zu einem Ort des Himmels auf Erden. Ein heiliger Altar entstand hier. Das Evangelium erklang hier. Gebete für die Lebenden und die Verstorbenen wurden hier gesprochen. Hunderte von Menschen fanden hier Trost, Hoffnung und den Weg zu Christus.

Natürlich geschah dies nicht von allein.

Es wurde durch den hingebungsvollen Einsatz der Gemeindemitglieder ermöglicht. Jeder trug nach seinen Möglichkeiten bei. Manche brachten Spenden. Manche arbeiteten abends und an Wochenenden. Manche strichen die Wände, verlegten die Böden, installierten die Ikonostase und schmückten die Kirche. Manche sangen im Chor, unterrichteten Kinder, bereiteten Mahlzeiten zu, reinigten die Räumlichkeiten und beteten.

Heute ist es unmöglich, jeden Einzelnen namentlich zu erwähnen. Doch der Herr kennt jeden. Und das heutige Fest ist ein Fest für all jene, deren Liebe nicht nur Mauern, sondern eine ganze Pfarrgemeinde errichtet hat.

Der 22. Oktober 2016 war ein besonderer Tag, denn an diesem Tag fand die große Weihe unserer Kirche statt.

Viele erinnerten sich wohl noch an jenen Januartag im Jahr 2006, als 78 Menschen in der Lutherischen Kirche beteten und hofften, eines Tages eine eigene Kirche zu haben. Zehn Jahre sind vergangen – und diese Hoffnung ist Wirklichkeit geworden.

In diesen 20 Jahren hat der Herr mehr als nur eine Kirche aus Stein erbaut. Das größte Wunder ist, dass er eine Pfarrgemeinde geschaffen hat. Er hat uns zu einer Familie in Christus gemacht. Denn Mauern lassen sich in wenigen Jahren errichten, aber der Herr baut eine wahre Kirchengemeinschaft über die Jahre hinweg, durch gemeinsames Gebet, gemeinsame Arbeit, Prüfungen und Freuden. Und für dieses Wunder danken wir Gott heute ganz besonders. Deshalb sagen wir heute zuallererst:

Ehre sei Gott in allem!

Wir danken Eurer Eminenz, lieber Eminenz, von Herzen für Eure erzbischöfliche Fürsorge, Eure Gebete, Eure Liebe und Eure stete Unterstützung unserer Gemeinde. Es ist uns eine große Freude, uns als Teil einer einzigen Kirche unter Eurem heiligen Omophorion zu fühlen.

Wir gedenken in Dankbarkeit Erzbischof Feodor Mkachevsky, der die Entwicklung unserer Gemeinde viele Jahre lang mit Aufmerksamkeit, Fürsorge und väterlicher Zuwendung begleitet hat.

Unser besonderer Dank gilt dem Fürbittkloster in Kiew. Dessen Gebets- und spirituelle Unterstützung hat unsere Gemeinde über die Jahre hinweg begleitet und uns auf dem Weg des Aufbaus des kirchlichen Lebens gestärkt.

Doch heute danken wir nicht nur Menschen.

Wir danken dem heiligen Hilarion von Vereya, unserem himmlischen Patron. Wir glauben, dass der Herr durch seine Gebete die Gemeinde all die Jahre beschützt und ihr geholfen hat, Schwierigkeiten zu überwinden, die Einheit zu bewahren und spirituell zu wachsen. Zwanzig Jahre sind erst der Anfang. Alles begann mit achtundsiebzig Menschen, die sich mit einem gemeinsamen Traum zur ersten Liturgie versammelten. Heute hat uns der Herr eine Kirche, eine Gemeinde und eine reiche Geschichte geschenkt. Das bedeutet, dass er noch mehr von uns erwartet – dass zukünftige Generationen hier den Weg zu Christus finden und dass diese Kirche stets erfüllt sein wird von Gebet, Kinderstimmen, Liebe und lebendigem Glauben.

Möge der Herr durch die Fürsprache des heiligen Hilarion unsere Pfarrei noch viele Jahrzehnte bewahren, jeden von uns stärken und uns helfen, würdige Nachfolger des Werkes zu sein, das er selbst vor zwanzig Jahren begonnen hat.

Und für alles, was der Herr mit uns getan hat. Er hat unter uns gewirkt und wird es weiterhin tun. Lasst uns immer wieder dankbar die Worte des heiligen Johannes Chrysostomus ausrufen: Ehre sei Gott in allem!

Eure Gnaden, lieber Bischof! Wir bitten um Eure bischöflichen Gebete, dass die nächsten zwanzig Jahre eine Geschichte der Treue zu Christus, der Nächstenliebe und des Dienstes an der Heiligen Kirche sein mögen. Möge der Herr uns alle durch die Fürsprache des heiligen Hilarion von Vereya viele gesegnete Jahre schenken!

Amen.












Zweite russisch-orthodoxe Jugendkonferenz in Krefeld

(30.10 - 2.11.2025)



Vom 30. Oktober bis zum 2. November 2025 durften wir an der zweiten russisch-orthodoxen Jugendkonferenz in Krefeld teilnehmen. Das Thema der Konferenz war „Eine moderne orthodoxe Familie gründen und bewahren“ und schon von Anfang an war klar, dass es eine sehr besondere Zeit werden würde.

Unsere Anreise war etwas chaotisch, weil am Krefelder Hauptbahnhof eine Panne war und keine Züge einfahren konnten. Wir mussten daher aus einer anderen Stadt mit dem Bus anreisen und kamen deshalb ein bisschen zu spät. Trotzdem wurden wir sehr freundlich von den Organisatoren empfangen. Schon beim Abendessen spürten wir, dass alle sich Mühe gaben, uns willkommen zu heißen.

Direkt danach begann das Kennenlernen in der Orthodoxen St. Barbara Kirche. Über hundert Jugendliche saßen in einem großen Kreis, und Priester Alexej Veselov leitete die erste Runde. Einige Teilnehmer stellten sich kurz vor und erzählten ein wenig über sich und ihre Erwartungen an die Konferenz. Danach suchten wir uns Partner, redeten kurz miteinander und beantworteten einige Fragen, um einander besser kennenzulernen. Anschließend wurden wir in kleinere Gruppen eingeteilt, diskutierten und tauschten uns über unterschiedliche Themen aus. Am Ende wurden die Ergebnisse kurz vorgestellt. Danach gingen wir ins Hotel, das sehr schön und gemütlich war, und genossen den Abend, bevor der nächste Tag voller Vorträge und Programmpunkte begann.

Am Freitag startete der Tag mit der Göttlichen Liturgie und einem Frühstück. Danach wurde die Konferenz offiziell eröffnet, und Erzbischof Tichon hielt ein Grußwort. Anschließend gab es mehrere Vorträge: Priester Alexej Veselov sprach über die Familien- und Elternschule, Denis Melkov über die Ehe aus theologischer und philosophischer Sicht, Priester Alexander Anisimov über Ehe, Liebe und Ewigkeit, und Priester Alexej Tereschenko über verschiedene religiöse Motivationen in orthodoxen Ehen.

Am Nachmittag fuhren wir nach Kamp-Lintfort. Dort beteten wir am Schrein der heiligen Märtyrerin Agathia, bekamen eine Führung durch den Klostergarten und machten einen kleinen Spaziergang durch die Stadt. Es war interessant zu sehen, wie die anderen Teilnehmer die Orte wahrnahmen, und die Atmosphäre war ruhig und schön. Abends folgte das Frage-Antwort-Programm: Mädchen und Jungs bildeten Gruppen, schrieben Fragen zu Beziehungen, Liebe und Eigenschaften auf und beantworteten dann die Fragen der jeweils anderen Gruppe. Es war spannend und hat richtig Spaß gemacht, weil viele lustige und ehrliche Antworten dabei waren.

Am Samstag gab es wieder Vorträge. Erzpriester Vladislav Dichanov sprach darüber, wie man eine glückliche Ehe aufbaut, Priester Wladimir Koljada über die Rollen von orthodoxen Männern und Frauen heute, Cornelia Delkeskamp-Hayes über Gleichberechtigung und Traditionen, und Erzpriester Ilja Limberger über aktuelle Herausforderungen in der orthodoxen Ehe. Nachmittags fanden die Runde Tische statt. Wir saßen in einem großen Kreis, wurden aber in kleine Gruppen aufgeteilt und diskutierten darüber, wie man den Willen Gottes erkennt und eigene Wünsche davon unterscheidet. Viele Teilnehmer erzählten persönliche Erfahrungen, was die Gespräche sehr interessant und lebendig machte.

Abends fand der Ball im Odeon Tanzpalast in Krefeld statt. Die Stimmung war richtig toll: eine große Tanzfläche, eine Discokugel in der Mitte, Essen, Snacks und Getränke. Wir haben viel getanzt, gelacht und die Atmosphäre genossen. Am Ende gab es noch eine kleine Disco, bei der Spiele gespielt wurden, und es war ein richtig schöner Abschluss für den Tag.

Der Sonntag begann mit der Göttlichen Liturgie und einem gemeinsamen Mittagessen, bevor wir die Heimreise antraten. Die Konferenz war für uns eine intensive und schöne Erfahrung, bei der wir viel gelernt, neue Menschen kennengelernt und viele schöne Momente erlebt haben.